WTF?
Selbstzensur ist das Ende der Kreativität.
Dieser Satz stimmt zwar nicht, aber er hört sich gut an. Zu lange habe ich zu viel gefiltert von dem, was ich so bloggen wollte. Zu viel Vernunft. Bloggen als Dienstleistung. Der Zweitblog soll mehr so eine Spielwiese sein für die stärker exzentrische Art zu bloggen. Die auf der Grenze zum Kryptischen, zur Neurose, zur Siffigkeit. Und damit mir das nicht peinlich ist hab ich mir was tolles einfallen lassen.
Wie dir sicher aufgefallen ist (ich finde es übrigens völllig daneben und auf eine anbiedernde, gleichsam Beckmannsche Art peinlich, seinen Blogleser zu dutzen) , habe ich eine Porno- oder wenn man mag Truckerbrille als Banner genommen. Und das ist nämlich voll vertrackte, deepe, mutlilayerete Symbolik (boah ich sollte mir das auf die Schulter tätowieren und auf der anderen Schulter dann einen Adler, aber das ist ne andere Geschichte). Diese Brille ist eine Metapher dafür, mit seiner Identität zu spielen, sie zu verbergen (wenn man der Meinung sein sollte, es gibt so etwas wie eine feste Identität hinter den Porno- und Lesebrillen). So, dass ich mir einreden kann:
Dieser Blog hat nichts mit mir zu tun.
Dieser Blog tut so, als sei er nicht ehrlich, als gebe er nicht meine wahre Meinung wieder. Und dadurch, dass ich den Spieltrieb outsource, schaffe ich Räume für Ernsthaftigkeit.
Aber es geht um mehr: es geht auch um die Welt der Popkultur. Die Luft, die uns umgibt, die wir einatmen, die wir verstoffwechseln und die wir durch unser Dasein verbrauchen. Von den smogschwangeren Dickicht aisatischer Millionstädte bis hin zur klaren, dünnen Bergluft; alles hat sein metaphorisch-popkulturelles Äquivalent. Mit dem Blick eines “overly critical adaptors” verteufle ich jegliche Trends ein halbes Jahr, bevor ich mich widerwillig ihnen zuwende.
Gerade rechtzeitg bevor sie wieder Retro sind.