Kultur-ironisch

stolz das blaue Halstuch tragen

 

Wenn mich die Leute- was nie vorkommt- fragen, wie meine finanzielle Situation aussieht, sage ich:

Ich bin so arm, ich nehme mir, wenn die Jungen Pioniere mit dem Bollerwagen vorbeikommen  und nach Altpapier fragen, ein altes, verranztes Neues Deutschland von vor zwei Monaten  mit Marmeladenglasabdrücken drauf, damit ich wenigstens einmal im Monat eine Zeitung habe.

euch die Kante geben

Es gibt wenige Bands, die mich so flashen wie Kante. Ok vielleicht gehen ihre Texte in Richtung Hirnwichse, aber sie sind nciht so kryptisch wie Tocotronic. Sie treffen einem meistens im Kern der Existenz, in der Tiefe. Und vor allem haben sie eine erfrischende Art, ihre Text zu schreiben. Im Regelfall kann man ihre Lieder mehr mit einem Gemälde vergleichen als mit einem Gedicht. Sie weben mit ihrer Musik und der Sprache Texturen von dem rasanten Tempo einer wachsenden Großstadt (”die Stadt verwischt die Spuren”), machen ein 6-minütiges Lied über den kurzen Moment, an denen sich Blicke treffen (”Wenn man im Atmen inne hält”)  oder vergleichen die gesellschaftlichen Umbrüche vor denen wir stehen mit der knisternden Atmosphäre vor einem Gewitter (”die Tiere sind unruhig”).

Und durch alles: die Aufmerksamkeit auf die Details des Lebens, Entschleunigung und eine fragile Hoffnung auf eine Zukunft.

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Der Song zum Tag

Schön ist’s wenn Songs passen. Es ist Mittwoch, mitten in der Nacht und ich tue einfach so, als ob ich den Abend Numismatik gelernt und nicht etwa eine weitere verdammt spannende Folge Prison Break geguckt hätte (Johnny, dafür wirst du büßen!)

Naja. Wie immer poste ich die Sachen, wenn sie schon jeder gepostet hat; deshalb hier der neue Slut Song über Mittwöche:

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Black are the Gesture of Yours
Black is the Way to lead your Life
Black are the Dresses You wear
Black are the Days beneath Your Sunlight

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Ganz großes Kino

Volker Strübing (hier noch sein Blog)ist mein Freund, sag ich jetzt einfach ma so. Er kommt auch original aus Thüringen und hat auch n echt knorken Humor. Und außerdem - und jetzt werden die Ähnlichkeiten schon fast gruselig- hat er auch ma n C64 gehabt… feel like I’ve known him forever… Ganz vorne mit dabei, wie ich immer sag. Jedenfalls ist er ja der Urheber von Kloss und Spinne. Jetzt vor kurzem kam der neueste Teil- der 11., der aufwendigste Teil- dieser Videoreihe raus. Unbedingt angucken!

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Macs, Kaffee und Fugenmörtel

Es tut mir Leid, aber wenn noch einer von euch da draußen über Kaffee oder über Macs bloggt, muss ich ihm leider auf die Schuhe kotzen. Das ist dann nicht persönlich gemeint, das ist eine reine biologische Abwehrreaktion. Ein bisschen wie Stan in Southpark.

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Meine Güte, muss man sich wirklich so einem Klischee hingeben? Kaffee nebenbei ist ein Getränk. Nicht mehr. Kein Lifestyle, wirklich nicht. Es ist ein nützliches Getränk, denn es gibt einen wenigstens das Gefühl nach einer durchzechten Nacht etwas tun zu können, um wieder in die Gänge zu kommen. Nüchtern betrachtet ist es nicht mal ein besonders leckeres Getränk. Warum gibt man denn sonst 1-2 € mehr dafür aus, dass noch extra Milchschaum und Sirup und Kakaopulver beigemischt wird? Es gibt schlechtere Getränke, aber auch bessere.

Aber nun zum ewigen Macbloggen. Keine Ahnung wie ein Mac so ist. Ich hab nicht mal n iPod wegen: is nicht. Auch wenn ich damit rein rechnerisch wohl schon zu den Globalisierungsverlieren zähle, leidet mein Selbstwert darunter kaum (das kann man übrigens messen in so Studien wo man vorm Computer hockt und auf Tasten drückt und der misst wie lange du brauchst um bestimmte Wörter zuzuordnen). Im Gegenteil: sowas trägt ja auch zur Identitätsstiftung bei. Man wird durchdrungen von einer Solidarität mit allen anderen Globalisierungsverlierern: der Belegschaft des Nokia Werkes, der Dritten Welt und Eva Hermann.

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Rainer von Vielen? Rainer von Vielen!

Es hatte niemand erwartet, dass die Kulturrevolution im Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik in Heidelberg starten wird. Dafür sind die meisten Leute dort auch viel zu sehr mit ihren Münzsammlungen beschäftigt. Seit langer Zeit ist nicht mal die Toilette mit den üblichen Sprüchen beschmiert. Irgendwann einmal wurde die Toilettenwand wohl gereinigt und man entschied sich, eine Schmierei dran zu lassen. Eine Comicfigur, die an Red Zack von Media Markt erinnert mit dem flotten Spruch: “Revolution ist, was ihr draus macht”. Darüber brachten Leute mit Weisheit, popkulturellem Gespür und aufklärerischem Eifer einen Ausdruck an:

“Toiletten beschmieren ist aber sehr revolutionär!”

Genau gelangweilt könnte man auf die Botschaft von Rainer von Vielen reagieren, wenn er sie bloß nicht so cool rüberbringen würde:

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David Bazan - Cold beer and cigarettes

Give me that Blues. Siffig, voller Weltschmerz und Drogen; inklusive Anklage an Gott. Ich mag ihn.
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A white ghost, making his way up the west coast
Trying to focus his high hopes on a vagina or two
He’s taking his chances
Meanwhile, back in his living room
Bright smiles are watching his toddler run speed trials
Over a grandmother’s rug
And nature advances

Up the interstate
He’s been awake
And pretty drunk for three whole days
No one wants to stop
Until they get to where they’re going
I’ll get to where I’m going pretty soon

So he takes another drink
‘Cause watching the scenery bleed
Into each similar scene
Isn’t as sweet as it had been in his dreams

It’s faster to buy cigarettes and some cold beer
If you don’t rattle the cashier
By asking her back to your room
She’s calling security

Our car’s on fire in the parking lot
And nobody wants it to rain
But God isn’t listening
So all of the windshields glisten
The water and oil mix
Causing the fire to spread
To five or six innocent automobiles
Waiting in their nearby spots
What a cruel God we’ve got
Right on, right on, right on
Right on, right on
Right on, right on, right on
Right on, right on

Unbedingt die anderen Songs anhören. Daniel hat n kostenloses Live-Mitschnitt aufgespürt.

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