Kultur-ironisch

Apocalypse Now!

In Max Payne heißt es:

“Nach Y2K ist die Apokalypse zu einem Klischee verkommen. Doch Nichts ist ein Klischee wenn es dir passiert.”

Vom inzwischen emeritierten Heidelberger Theologieprofessor Klaus Berger erzählt man sich, er besäße die weltweit größte Apokalypsensammlung. Dies ist nicht weiter erwähnenswert, aber wegen dieser umfangreichen Sammlung war die Statik seiner Wohnung gefärdet hieß es.

Man stelle sich das mal vor: Berger stellt nach Gebrauch ein dickes Buch mit Ledereinband und Goldschnitt zurück in sein Bücherregal und kommt daraufhin in seiner persönlichen Apokalypse um.

Der Heldentot für jeden Wissenschaftler: in Erfüllung seiner Pflicht, im Ringen um die Wahrheit und aufgrund seines unstillbaren Wissensdurstes zu Tode zu kommen.

stolz das blaue Halstuch tragen

 

Wenn mich die Leute- was nie vorkommt- fragen, wie meine finanzielle Situation aussieht, sage ich:

Ich bin so arm, ich nehme mir, wenn die Jungen Pioniere mit dem Bollerwagen vorbeikommen  und nach Altpapier fragen, ein altes, verranztes Neues Deutschland von vor zwei Monaten  mit Marmeladenglasabdrücken drauf, damit ich wenigstens einmal im Monat eine Zeitung habe.

Bratze und Juri Gagarin

“Es gibt immer wieder mal Gründe mal durchzudrehen”

Gestern war ich bei Juri Gagarin und Bratze im Teufel.

Das sind zwei dieser “wir kommen aus der Indieszene und machen jetzt Musik wie auf der Loveparade nur mit sympatischem Publikum und fast klugen Texten; damit auch die Emos mal abspacken” Bands.

Ich muss sagen: seit gestern versteh ich diese Art Musik. Und das obwohl ich Zweifel hatte, überhaupt dorthin zu fahren. Hatte Migräne, die Leute sind abgesprungen, Bus vor der Nase weggefahren. Es hat also mal wieder alles dagegen gesprochen. Und diese Art Abende sind meistens die besten.

Hier mal ein Video von Bratze:

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Beste Satz: “Längst komprimiert auf dem Datenstock. Hirn verklebt im Wechselstrom doch 1000 Klicks auf deinem Blog. Die weite Welt im Schlafzimmer. Ein kalter Kuss im Wendekreis. Dein Profil. Der wahre Hunger. Die vielen Freunde. Der Beweis.”

Und nur um mal meine Eingangsthese von den Emos, die Electro machen, zu Beweisen, hier das Video von der Hälfte von Bratze, die sich Clickclickdecker nennt und andere Musik macht.

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Bester Satz: “Diese Stadt ist ein verdammter Mutterbusen: jeder darf mal ran.”

Review: Hart aber fair

Gerade kam Hart aber fair, die zweite und wie ich gleich feststellen werde, bessere Polittalkshow, die das ARD ausstrahlt.

75 Minuten tauschen sich i.d.R. 5 Gäste aus Politik und Gesellschaft über meist innenpolitische Fragen aus. Man muss dazu sagen: es scheinen selten mehr als 3 Politiker anwesend zu sein. Es gibt da teilweise recht skurille Gäste, wie heute als ein recht lebensfroher Kapuzinermönch den Politikern Solidarität beibrachte. Beachtenswert ist, dass während alle Gäste an einem Panel sitzen, der Moderator Frank Plasberg steht, was seiner geschickten Moderationstechnik auch entgegenkommt. Er ist der, mal rheinisch-joviale, mal oberhlehrerhaft-autoritäre Dirigent, der die Beredtsamkeit seiner Gäste auch gern mal harsch unterbricht, wenn er den Eindruck hat, hier wird sich nicht ausgetauscht, sondern in typische Politikerrollen zurückgefallen: die Wahlkampftirade, der ewige Wechsel von Angriff und Gegenangriff etc.

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Actionnachrichten

Der wunderbare Funny van Dannen hat ja mal den sehr richtigen Satz:

“Konjunktur das ist ein Wort, dass ich nicht mehr hören kann.” geäußert

Ich bin einer der Typen, die wenn sie gelangweilt vor dem PC hocken oder wichtige Rechercheaufgaben prokrastinieren wollen, nicht zuerst Russenschlampen.de ansurfen oder den Feedreader auschecken. Nein, ich guck aus Lang Interesse zuerst bei Tagesschau.de vorbei.

Aber an den meisten Tagen herrscht entweder Langeweile oder Tragik vor. Langeweile bedeutet Innenpolitik. Manchmal. Und Wirtschaftmeldungen. Immer. Sportmeldungen meistens. Es gibt doch nicht Langweiligeres als Arbeitslosenzahlen, Streiks im Öffentlichen Dienst oder Börsencrash. Klar, dass betrifft mich alles. Aber mal ehrlich: den Blutdruck treiben diese blau-hinterlegten Balkendiagramme lange nicht mehr hoch. Und dann diese MAZ genannten Einspieler:

Eine Einstellung auf den Deutschen Bundestag/das Kanzleramt/die Soundso-Parteizentrale und dann wird auf den zum Glück immer sonnen-phoben (eine sinnlose Wortschöpfung ich weiß) Himmel gezoomt mit der Anmoderation: “Schwere/schwarze Wolken am Himmel über Berlin. Und auch die Stimmung in der Koalition/Opposition/dem Bundestag wirkt düster.”

*moment ich muss mal wirklich Converge ausmachen, das ist keine Blog-Hintergrundmusik*

Manchmal gucke ich auch Mittagsmagazin und in der obligatorischen Service Ecke (hab ich erwähnt, dass ich mal für die Zeit bis Ostern Misanthrop sein will?) kommt dann Hansi Fischers berühmte Biomoderation: “Bio ist gerad voll im Trend. Immer mehr Verbraucher kaufen Bioprodukte. Doch was steckt hinter dem Boom?” Verbraucher ist übrigens ein cleveres Wort für Konsument. Doch das geht in Ordnung, solange es nicht mit dem Adjektiv “kritisch” gepaart auftritt. Kritisch ist ein Euphemismus für nörglerisch. Kritische Verbraucher sind die, die armen unterbezahlten McDonalds Verkäufern den Hamburger um die Ohren schlagen, weil das Gürkchen fehlt.

Wie auch immer. Innenpolitische Nachrichtenroutine langweilt mich. Ja ich weiß, ich bin ein ignoranter Penner.

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Geh zu Mutti

Die Klausurenphase ist vorbei und und was kommt jetzt? Die Langeweile-Hausarbeiten-Phase. Aufgrund nicht vorhersagbarer Umstände stand ich heute sogar zu fast normalen aka Nicht-Geisteswissenschaftler-Zeiten auf, worauf ich auch ein bisschen stolz sein darf. Und bei einem Jansen-Kaffee und Last.fm im Hintergrund dudelnd gehe ich im Kopf den Plan für die nächsten Wochen durch. Recherche, Projekte, ein paar nette Konzerte für die ich vorher noch Banken oder alte Omis überfallen muss, da mein Arbeitgeber beschloss, ein paar Monate zuzumachen. Naja vorsichtig kalkuliert dürfte ich mit einer Mahlzeit pro Woche sicher auch durchkommen. Woher kommt eigentlich die Konvention, dass man Dinge nur einmal essen darf?

Darüber kommt man hinweg. Worüber man nicht hinweg kommt ist, dass Heidelberg ausgestorbener ist als Otzenrath im Kreis Jüchen, deren knapp 1300 Einwohner im Jahr 2000 dem Braunkohlebagger weichen mussten. Kann es wirklich sein, dass ein Großteil der Studentensiedlung 2 Monate lang zu Mutti fährt und dort Wäsche waschen lässt?

Ahh da wird man doch zum Misanthrop. Mehr habe ich um diese Zeit noch nicht zu bloggen.

euch die Kante geben

Es gibt wenige Bands, die mich so flashen wie Kante. Ok vielleicht gehen ihre Texte in Richtung Hirnwichse, aber sie sind nciht so kryptisch wie Tocotronic. Sie treffen einem meistens im Kern der Existenz, in der Tiefe. Und vor allem haben sie eine erfrischende Art, ihre Text zu schreiben. Im Regelfall kann man ihre Lieder mehr mit einem Gemälde vergleichen als mit einem Gedicht. Sie weben mit ihrer Musik und der Sprache Texturen von dem rasanten Tempo einer wachsenden Großstadt (”die Stadt verwischt die Spuren”), machen ein 6-minütiges Lied über den kurzen Moment, an denen sich Blicke treffen (”Wenn man im Atmen inne hält”)  oder vergleichen die gesellschaftlichen Umbrüche vor denen wir stehen mit der knisternden Atmosphäre vor einem Gewitter (”die Tiere sind unruhig”).

Und durch alles: die Aufmerksamkeit auf die Details des Lebens, Entschleunigung und eine fragile Hoffnung auf eine Zukunft.

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Der Song zum Tag

Schön ist’s wenn Songs passen. Es ist Mittwoch, mitten in der Nacht und ich tue einfach so, als ob ich den Abend Numismatik gelernt und nicht etwa eine weitere verdammt spannende Folge Prison Break geguckt hätte (Johnny, dafür wirst du büßen!)

Naja. Wie immer poste ich die Sachen, wenn sie schon jeder gepostet hat; deshalb hier der neue Slut Song über Mittwöche:

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Black are the Gesture of Yours
Black is the Way to lead your Life
Black are the Dresses You wear
Black are the Days beneath Your Sunlight

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Demokratie…

funktioniert, doesn’t it?

call me social netwar-king

Ich denke jeder kennt es bereits, aber falls ihr es nicht kennt: Demetri Martin erklärt Myspace.

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Ich bin bis heute nicht darüber hinweggekommen, dass sich Myspace gegenüber Virb durchsetzen wird…

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