Ich fühle mich, als könnte ich DIE WELT EROBERN. Sagte einst das purpurne Tentakel in dem Lucas Arts Spiel, dass zu der popkulturellen Grundbildung gehören sollte wie die Beatles. Ich rede von Day of the Tentacle.
Naja mir geht’s wirklich so ähnlich.
Denn ich habe tatsächlich- und das ist etwas besonderes- meinen Wochenplan für die zweite Woche vorlesungsfreie Zeit gerockt, geowned und geshizzeld (oder so). Ein Drittel meiner ersten Hausarbeit ist fertich (und ich hab das Gefühl, dass es ganz ordentlich ist). Außerdem ist es ja so: wenn man wirklich nichts erwartet oder nur Negatives befürchtet für die “Ferien”, kann es eigentlich nur geil werden. Und so isses bisher auch. Eigentlich dachte ich: alle Leute weg; wird bestimmt zum Kotzen.
Naja aber gestern schön weg gewesen; mit Leuten ihr Graecum feiern. War irgendwie ein interessanter Abend mit ner Menge… Impressionen… Heute krieg ich noch Besuch und denjag ich zum Teufel und morgen könnte es evtl. grad so weitergehen.
Jedenfalls: heute würd ich mich an deiner Stelle nicht mit mir anlegen, denn es gibt heut keine Zweifel und keine second thoughts, heut gibt’s im Zweifelsfall “eins auf’s Freßbrett!” (disclaimer: das ist natürlich nur eine Art Metapher. In Wirklichkeit bin ich so eine Art Pazifist oder so).
Da ist ganz schnell die Lippe dick!
Achso und aus Prinzip poste ich das Introvideo von Day of the Tentacle.
Der wunderbare Funny van Dannen hat ja mal den sehr richtigen Satz:
“Konjunktur das ist ein Wort, dass ich nicht mehr hören kann.” geäußert
Ich bin einer der Typen, die wenn sie gelangweilt vor dem PC hocken oder wichtige Rechercheaufgaben prokrastinieren wollen, nicht zuerst Russenschlampen.de ansurfen oder den Feedreader auschecken. Nein, ich guck aus Lang Interesse zuerst bei Tagesschau.de vorbei.
Aber an den meisten Tagen herrscht entweder Langeweile oder Tragik vor. Langeweile bedeutet Innenpolitik. Manchmal. Und Wirtschaftmeldungen. Immer. Sportmeldungen meistens. Es gibt doch nicht Langweiligeres als Arbeitslosenzahlen, Streiks im Öffentlichen Dienst oder Börsencrash. Klar, dass betrifft mich alles. Aber mal ehrlich: den Blutdruck treiben diese blau-hinterlegten Balkendiagramme lange nicht mehr hoch. Und dann diese MAZ genannten Einspieler:
Eine Einstellung auf den Deutschen Bundestag/das Kanzleramt/die Soundso-Parteizentrale und dann wird auf den zum Glück immer sonnen-phoben (eine sinnlose Wortschöpfung ich weiß) Himmel gezoomt mit der Anmoderation: “Schwere/schwarze Wolken am Himmel über Berlin. Und auch die Stimmung in der Koalition/Opposition/dem Bundestag wirkt düster.”
*moment ich muss mal wirklich Converge ausmachen, das ist keine Blog-Hintergrundmusik*
Manchmal gucke ich auch Mittagsmagazin und in der obligatorischen Service Ecke (hab ich erwähnt, dass ich mal für die Zeit bis Ostern Misanthrop sein will?) kommt dann Hansi Fischers berühmte Biomoderation: “Bio ist gerad voll im Trend. Immer mehr Verbraucher kaufen Bioprodukte. Doch was steckt hinter dem Boom?” Verbraucher ist übrigens ein cleveres Wort für Konsument. Doch das geht in Ordnung, solange es nicht mit dem Adjektiv “kritisch” gepaart auftritt. Kritisch ist ein Euphemismus für nörglerisch. Kritische Verbraucher sind die, die armen unterbezahlten McDonalds Verkäufern den Hamburger um die Ohren schlagen, weil das Gürkchen fehlt.
Wie auch immer. Innenpolitische Nachrichtenroutine langweilt mich. Ja ich weiß, ich bin ein ignoranter Penner.
Die Zielgruppe dieses Blogs sind ja anscheinend lediglich die Leute, die nicht wissen, wie man auf Youtube einen Account anlegt und die guten Kanäle aboniert. Damit ist dieser Blog das medientechnologische Äquivalent zu Convenient Food, also jenem überteuerten Fertigessen für Leute, die nciht wissen, wie man sich selbst eine Folienkartoffel macht und für eine abgepackte Kartoffel mit Creme Freche auch mal 3,5€ ausgeben. Naja der Vergleich hinkt, denn besonders convenient ist dieser Blog ja auch wieder nicht. Achja: es gibt ja auch welche, die nicht wissen, dass man auf Blogs nicht immer extra surfen muss; es gibt Programme, die das für dich machen. Leider gibt es noch keine Programme, die dich von der lästigen Pflicht befreien, Blogs auch zu lesen. Da merkt man schon, wie so Vielblogger nerven können, wenn dann da steht: Nerdcore hat 345 neue Einträge, dann überlegt man sich, ob man nicht einfach den Feed komplett rausschmeißt. Viele entschuldigen sich ja: ach schon wieder ne Woche nicht gebloggt. Blabla. Das ist Quatsch. Entschuldigen müssten sich vielblogger, die offensichtlich einen Weg gefunden haben, ihren Blog direkt mit ihrem Gehirn zu verbinden und via Gedankenkraft zu bloggen. Denn durch die anfallenden Datenmengen wird nur die Umwelt belastet.
Die Klausurenphase ist vorbei und und was kommt jetzt? Die Langeweile-Hausarbeiten-Phase. Aufgrund nicht vorhersagbarer Umstände stand ich heute sogar zu fast normalen aka Nicht-Geisteswissenschaftler-Zeiten auf, worauf ich auch ein bisschen stolz sein darf. Und bei einem Jansen-Kaffee und Last.fm im Hintergrund dudelnd gehe ich im Kopf den Plan für die nächsten Wochen durch. Recherche, Projekte, ein paar nette Konzerte für die ich vorher noch Banken oder alte Omis überfallen muss, da mein Arbeitgeber beschloss, ein paar Monate zuzumachen. Naja vorsichtig kalkuliert dürfte ich mit einer Mahlzeit pro Woche sicher auch durchkommen. Woher kommt eigentlich die Konvention, dass man Dinge nur einmal essen darf?
Darüber kommt man hinweg. Worüber man nicht hinweg kommt ist, dass Heidelberg ausgestorbener ist als Otzenrath im Kreis Jüchen, deren knapp 1300 Einwohner im Jahr 2000 dem Braunkohlebagger weichen mussten. Kann es wirklich sein, dass ein Großteil der Studentensiedlung 2 Monate lang zu Mutti fährt und dort Wäsche waschen lässt?
Ahh da wird man doch zum Misanthrop. Mehr habe ich um diese Zeit noch nicht zu bloggen.
Es gibt wenige Bands, die mich so flashen wie Kante. Ok vielleicht gehen ihre Texte in Richtung Hirnwichse, aber sie sind nciht so kryptisch wie Tocotronic. Sie treffen einem meistens im Kern der Existenz, in der Tiefe. Und vor allem haben sie eine erfrischende Art, ihre Text zu schreiben. Im Regelfall kann man ihre Lieder mehr mit einem Gemälde vergleichen als mit einem Gedicht. Sie weben mit ihrer Musik und der Sprache Texturen von dem rasanten Tempo einer wachsenden Großstadt (”die Stadt verwischt die Spuren”), machen ein 6-minütiges Lied über den kurzen Moment, an denen sich Blicke treffen (”Wenn man im Atmen inne hält”) oder vergleichen die gesellschaftlichen Umbrüche vor denen wir stehen mit der knisternden Atmosphäre vor einem Gewitter (”die Tiere sind unruhig”).
Und durch alles: die Aufmerksamkeit auf die Details des Lebens, Entschleunigung und eine fragile Hoffnung auf eine Zukunft.
“Männer sind doch alles Arschlöcher” sagen sie während sie an ihren Amaretto Apfel nippen.Und dann kommt die große Solidarität der Alice Schwarzers und Susanne Fröhlichs dieser Welt.
Ich meine, nicht dass es solche Situationen nicht auch bei Männern gäbe. Doch man einigt sich dann eher irgendwann mal drauf das diese spezielle Frau wohl einfach ne Bitch ist und macht weiter.
Jedoch am anderen Ende des Genderspektrums wird fleißig verallgemeinert. Also jetzt nicht immer und ständig und nicht alle, aber oft (hmmm…). Whatever.
Da versammelt sich hinter den Bartresen unserer Großstädte die geballte Ladung Weltschmerz, Pseudo-Abgeklärtheit und Wannabe-Sarkasmus, die sich in einem einzigen Wort ausdrückt:
Es gibt Tage, an denen all die Erwartungen, die man an’s Leben hat knallhart auf die Realität treffen. Da wären: Silvester, Weihnachten, der Geburtstag und Samstags. Tage, an denen du innehällst und bemerkst, dass du deine Zeit damit verbringst auf die Busse zu warten, die immergleichen Busse, mit den immergleichen Mustern auf den Polstern, die dich zu den immergleichen Orten bringen.
Und wenn du deinem Leben einen Namen geben könntest, würdest du es wohl Immergleich heißen.
Naja das denkst du dir so in den Sekunden bevor das Metaselbst, das Über-Ich, der Teil in dir, der für’s Räuspern zuständig ist, sich meldet und kopfschüttelnd einwirft, was das denn bitte für eine billige Klischee Teen-Angst Scheiße ist und wo du denn deinen Sinn für Stil und Würde gelassen hast.
Es ist auch nur der Teil in dir, der verhindert, dass du folgenden Satz hier postest:
Schön ist’s wenn Songs passen. Es ist Mittwoch, mitten in der Nacht und ich tue einfach so, als ob ich den Abend Numismatik gelernt und nicht etwa eine weitere verdammt spannende Folge Prison Break geguckt hätte (Johnny, dafür wirst du büßen!)
Naja. Wie immer poste ich die Sachen, wenn sie schon jeder gepostet hat; deshalb hier der neue Slut Song über Mittwöche:
Black are the Gesture of Yours
Black is the Way to lead your Life
Black are the Dresses You wear
Black are the Days beneath Your Sunlight